Kindergarten Hattenhofen

Konzeption

Konzeptionelle Schwerpunkte des Gemeindekindergartens Hattenhofen

Seit dem Jahr 2007 hat Baden-Württemberg einen Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in allen Tageseinrichtungen für Kinder eingeführt.

* “In diesem Gesamtkonzept kommt dem Kindergarten auf Grund seiner Geschichte und seiner weltweiten Anerkennung als Ort der frühkindlichen Bildung eine führende Rolle zu. Mit dem Orientierungsplan stärkt Baden–Württemberg, den Kindergarten als Ort frühkindlicher Bildung. Der Begriff Kindergarten – in Deutschland erfunden und weltweit bekannt – wird im Orientierungsplan bewusst für die gesamte Palette der Tageseinrichtungen für Kinder verwendet.“

“Spiel ist nicht Spielerei, es hat hohen Ernst und tiefe Bedeutung“
Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782-1852), Pädagoge, Erfinder des Kindergartens

Die frühe Kindheit ist die lernintensivste Zeit und die damit verbundene Chancen und Möglichkeiten stellen für die Begleitung der Kinder eine große Aufforderung dar.Kindergärten haben neben den Aufgaben Erziehung und Betreuung auch einen Bildungsauftrag. Kinder in ihren verschiedenartigen Entwicklungsverläufen zu begleiten und in ihrem individuellen Bildungsprozess zu unterstützen verstehen wir als pädagogischen Auftrag im Kindergarten.

* “Kinder machen Erfahrungen und diese Erfahrungen hinterlassen Spuren. Viele Erfahrungen werden beim Spielen gemacht, weswegen das Spielen für kindliche Bildungsprozesse so wichtig ist. Ein anderes Wort für Erfahrungen machen ist lernen.“

Der Orientierungsplan mit den Bildungs- und Entwicklungsfeldern enthält die Vorgabe und fordert dazu auf, das Kind in seiner Ganzheitlichkeit mit unterschiedlichen Blickwinkeln anzuschauen. Verschiedenartige Aktivitäten, Facetten, Elemente der Förderung sollen den Kindern aufgezeigt werden und ihnen zugute kommen.

Die Bildungs- und Entwicklungsfelder sind in sechs Bereiche eingeteilt:

 Körper,    Sinne,    Sprache,    Denken,
Gefühl/Mitgefühl  und Sinn/Werte/Religion

Aus diesem Grund passen wir die Konzeption des Kindergartens an die Bildungs- und Entwicklungsfelder im Orientierungsplan für Bildung und Erziehung an.

* Auszug aus dem Orientierungsplan für Baden-Württemberg


 

 

 


Bildungs- und Entwicklungsfeld: Körper

Das Bildungs- und Entwicklungsfeld Körper nimmt seit Jahren einen großen Stellenwert bei uns ein. Dafür steht der große Garten mit den zahlreichen Spielmöglichkeiten, die vielen Kinderfahrzeuge, der wöchentliche Naturtag, die Bewegungsnachmittage in der Turnhalle und der im Haus der extra konzipierte Bewegungsraum.

In diesem Kindergartenjahr 2007/2008 wird das Bildungs- und Entwicklungsfeld Körper zusätzlich durch den Leitgedanken verstärkt, wobei wir auch auf eine gesunde Ernährung eingehen werden. Wichtig ist es uns, im Kindergarten sowie im Elternhaus die Fundamente für ein Gesundheitsbewusstsein zu fördern. Vorwiegend in den ersten Jahren ist eine gute Ernährung verbunden mit viel Bewegung für das Kind und seine gesamte körperliche, soziale, psychische und kognitive Verfassung von großer Bedeutung.

Mit dem Beispiel: "Bewegungsnachmittage in der Turnhalle" verweisen wir auf einen speziellen Schwerpunkt der Konzeption.


Bewegungskonzept

Kinder erkunden sich und ihre Umwelt durch Bewegung. Sie haben ein ausgeprägtes individuelles Bewegungsbedürfnis. Viel Bewegung fördert die körperliche Entwicklung, sie erlangen dadurch ein gutes Körpergefühl und übernehmen nach und nach Verantwortung für ihr eigenes körperliches Wohlbefinden. Zudem wird über die Motorik die geistige Entwicklung entscheidend gefördert. Durch gezielte Angebote im Tagesablauf, die unterschiedliche Gestaltung der Räume mit flexiblen freien Flächen, verschiedenen Materialien, erleben die Kinder vielfältige Bewegungsmöglichkeiten. Der Hauptschwerpunkt unserer Konzeption ist es, den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder auf spielerische Art anzuregen, zu unterstützen und unser Bewegungsprogramm weiterzuentwickeln.

Birgitt Mock

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Bildungs- und Entwicklungsfeld: Sinne

Kinder nehmen ihre Umwelt über ihre Sinne wahr und erforschen und entdecken die Welt durch Sehen, Beobachten, Hören, Fühlen, Tasten, Riechen und Schmecken. Kinder erleben beim täglichen Spiel die Welt in ihrer Differenziertheit und versuchen sich darin zu orientieren und diese zu begreifen.

Wir bieten in unserer Einrichtung vielfältige Gelegenheiten dazu:

In unserem Tagesablauf haben die Kinder die Möglichkeiten bei Montessori Spielmaterial ihre mathematischen Erfahrungen zu machen oder verschiedene Mal- und Werktechniken auszuprobieren. Hierzu steht ihnen unser sehr gut ausgestatteter Werkraum zur Verfügung. Bei unseren wöchentlichen, gruppenübergreifenden Kindertreffs entscheiden sich die Kinder immer wieder neu, welches Angebot sie annehmen wollen: Traumreise, Tanz, Experimente, Lesespaß, Kreisspiele, Musikspaß oder Montessori-Treff.

Beim wöchentlichen Naturtag, beim Freispiel im Garten, wie auch bei unseren vielen Spaziergängen erfahren die Kinder immer wieder die Naturbegegnung. Unser großzügig angelegter Garten bietet den Kindern einen Brunnen im Sand, das Barfußbeet, die Wasserrutsche und unseren Kletterbaum neben den herkömmlichen Spielgeräten.

Bei Müsli-Frühstück oder verschiedenen Koch- und Backeinheiten werden die Kinder für die Nahrungszubereitung sensibilisiert.

Mit besonderen Aktivitäten können die Kinder Sinneseindrücke erleben und erfahren. Hierzu gehören die Besuche von verschiedenen, landwirtschaftlichen Betrieben.

Astrid Kühnel-Schneider


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Bildungs- und Entwicklungsfeld: Sprache

Die Sprache ist für die menschliche Entwicklung von grundlegender Bedeutung. Durch die Sprache nimmt der Mensch Beziehungen zur Umwelt auf. Sprache, Denken, und soziales Verhalten stehen in einem engen Zusammenhang. Es gibt nahezu keinen Lebensbereich, in dem auf Sprache verzichtet werden kann. Die ersten Lebensjahre sind grundlegend für den Spracherwerb. In diesem Lebensabschnitt wird schnell und leicht gelernt und folglich in großen Umfang Wissen erworben. Die Sprachbeherrschung, zuerst in Form der gesprochenen Sprache, später auch in der Schrift, hat für das weitere Lernen eine herausragende Bedeutung. Sprache ist des Weiteren ein wichtiges Werkzeug für die späteren Lernprozesse innerhalb und außerhalb von Kindergarten und Schule.

Die Sprachförderung im Kindergarten richtet sich nach der kindlichen Sprachentwicklung. Sie ist eng verknüpft mit dem eigenen Sprachverhalten des Kindes und den persönlichen Beziehungen zu den Kindern und den Erzieherinnen. Die Sprachfreude bei den Kindern zu wecken, ihren Wortschatz zu erweitern, bei Sprachschwierigkeiten zu helfen ist ein elementares Anliegen der Konzeption.

Wir bieten den Kindern eine sprachanregende Umgebung. In unserer Einrichtung legen wir sehr viel Wert auf die Kommunikation mit jedem einzelnen Kind. Gezielte Angebote vertiefen diese Sprachförderung
z. B. als Erzählrunde, Kreisspiele, Kinderkonferenzen, Rollenspiele, Fingerspiele, Geschichten. Mit Musik und Bewegung erobern die Kinder die Sprache. In der reichhaltig gut sortierten Bibliothek können die Kinder themenbezogene Bilderbücher, Sachbücher usw. auswählen. Am Maltisch, in der Bibliothek oder beim gemeinsamen Spielen machen sie erste Erfahrungen mit der Schrift und Zeichensprache (Fachausdruck: Literacy). Dies sind wichtige Voraussetzungen für das spätere Lesen- und Schreibenlernen.

Christine Kraft

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Bildungs- und Entwicklungsfeld: Denken

Schon im frühen Alter besitzen Kinder Fähigkeiten im Wahrnehmen und Denken. Bereits mit sechs Monaten können Kinder an der melodischen Sprachfolge Regeln erkennen. Mit der Entwicklung der Sprache wird der Denkprozess des Kindes enorm gefördert.

„Frag mir doch kein Loch in den Bauch!“ Jede Mutter, jeder Vater kennt diese Situation in der die „Warum - Fragen“ kein Ende nehmen. Diese Fragen und ihre Antworten geben den Kindern die Möglichkeit Ereignisse zu erklären und Situationen einzuschätzen. Wir unterstützen diese Prozesse in unserem Kindergarten. Entwicklungsgerecht werden Erfahrungen und kindliches Denken miteinander verknüpft.

Die Kinder haben die Möglichkeit sich selber einzubringen und ihre Denkleistungen zu präsentieren.
Zum Beispiel dienen Kinderkonferenzen einerseits dazu eigene Ideen zu entwickeln und andererseits über Rechte und Pflichten in der Gemeinschaft nachzudenken und sich darüber zu verständigen.

Verschiedene Materialien und Gegenstände (z.B. Spiegel, Lupen, Maßband) regen die Kinder zum „selbst erforschen“ an. Sie sollen sich gezielt (..unter Anleitung) und im freien Spielen ausprobieren, entfalten und ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Auf spielerische Art werden so z. B. Sprache und Regeln der Mathematik (beim Einkaufen, Wiegen, Messen und Zählen) entdeckt.

Beim gemeinsamen Planen von Festen, Wochenplänen usw. werden die Kinder zum Mitdenken ermutigt und dazu aufgefordert sich aktiv im Kindergartenalltag zu beteiligen.

Das Erleben, wie die eigenen Ideen umgesetzt werden, regt zum weiteren (Nach)-denken an. Sie lernen, dass es sich lohnt sich zu beteiligen und seine eigene Meinung zu äußern.

Denken geschieht dabei in allen Bereichen, im Gestalterischen, beim Experimentieren ebenso wie beim Turnen oder beim Tanzen bzw. ganz allgemein beim Spielen.

Tina Klotzbücher

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Bildungs- und Entwicklungsfeld: Gefühl und Mitgefühl

Die Einführung im Orientierungsplan für die baden-württembergischen Kindergärten zum Bildungs- und Entwicklungsfeld “Gefühl und Mitgefühl“ beginnt wie folgt:

“Menschliches Handeln ist begleitet von Gefühlen. Sie gehören zum Alltag und der Umgang mit ihnen will gelernt sein. Genauso wie ein Kind lernen muss auf zwei Beinen zu stehen, eine Tasse festzuhalten oder einen Satz zu sagen, so muss ein Kind auch lernen mit Gefühlen umzugehen. Es gibt drei wesentliche Fähigkeiten, die ein Kind erwirbt.“

Ziele für das Bildungs- und Entwicklungsfeld „Gefühl und Mitgefühl“
· Kinder entwickeln ein Bewusstsein für die eigenen Gefühle.
· Kinder lernen angemessen mit den eigenen Emotionen umzugehen.
· Kinder eignen sich Einfühlungsvermögen und Mitgefühl gegenüber Mensch, Tier und Natur an.

Diese Anfangssätze mit den hier genannten Zielen drücken wörtlich unsere pädagogischen Inhalte im Kindergartenalltag mit den Kindern aus.

Kinder lernen diese Fähigkeiten nur im Umgang und im Spiel mit Anderen. Und dies geschieht im Kindergartenalltag, indem die Kinder sich gegenseitig trösten, helfen, zuhören, Frustrationen ertragen (z. B. beim Verlieren eines Gesellschaftsspiels), Konflikte lösen, usw. In Kinderbesprechungen oder im Morgen- oder Kinderkreis werden die sie angeregt, über Situationen zu sprechen, in denen sie Trauer, Ärger, Wut oder große Freude erlebten. Auch durch Rollenspiele und Bilderbuchbetrachtungen, die Gefühle und Situationen ansprechen, helfen wir Ihnen mit ihren Gefühlen und mit anderen Kindern umzugehen.

Eine große Rolle in diesem Bildungs- und Entwicklungsfeld nehmen wir als Erzieherinnen ein. Wir leben vor, wie man angemessen mit seinen Gefühlen, mit anderen Kindern, mit der Natur und auch mit Tieren umgeht. Die Vorbildfunktion ist für die Kinder sehr bedeutsam. Uns ist es wichtig, dass sie in den Gruppen eine vertrauensvolle Atmosphäre erfahren, in denen sie ihre Ängste, Sorgen, Trauer, Freude und ihren Ärger mitteilen können und ihnen Vertrauen und Wertschätzung gegenüber ihren Gefühlen entgegen gebracht wird.

Damaris Reichle


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Bildungs- und Entwicklungsfeld: Sinn, Werte, Religion

„Alles ist sinnlos“ - „Jugend ohne Gott“ - „in unserer Gesellschaft gehen die Werte verloren“. Dies alles sind Schlagworte und Aussprüche, die uns immer wieder zu Ohren kommen. Umso mehr freut es mich persönlich, dass das Bildungs- und Entwicklungsfeld Sinn, Werte, Religion seinen festen Platz im Orientierungsplan gefunden hat. Denn Kinder brauchen „einen Sinnhorizont und ein Wertegefüge, um ihre Lebenswelt strukturieren und ihrem Handeln nachhaltig Orientierung geben zu können (Orientierungsplan S.114).

Aber wie können wir im Kindergarten ein Wertegefüge/Sinnhorizont aufbauen? Durch welche Angebote und Aktivitäten gelingt uns die Umsetzung dieses Bildungsfeldes. Sicherlich ist dieser Bereich sehr stark mit unserer eigenen Tradition verknüpft und wir können nur unser eigenes (persönliches) Wertesystem, hinter dem wir ehrlich und glaubhaft stehen, an die Kinder weitergeben. Allerdings sollten wir den Kinder immer genügen Raum lassen für eigene Gedanken und Meinungen.

So ist es uns im Kindergarten wichtig, dass wir den Kindern unsere christliche Tradition näherbringen. Dazu gehört das Kennenlernen von biblischen Geschichten, das Teilnehmen an Gottesdiensten und das Vorbereiten und Feiern von christlichen Festen.

Darüber hinaus ergeben sich im alltäglichen Miteinander unzählige Situationen, in denen die Kinder lernen Rücksicht zu nehmen, anderen zu helfen, Konflikte zu lösen oder auch zu verzeihen. Anhand dieser kleinen Auswahl an sozialen Verhaltensweisen wird bereits deutlich, dass ohne sie ein harmonisches Zusammenleben nicht denkbar wäre.

„Lasst uns aufeinander achten und uns zur
Liebe und zu guten Taten anspornen.“
(Brief an die Hebräer 10,24)

Nicole Schmidt

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